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Kaffeesteuer – Eine Luxuseinnahme aus vergangenen Zeiten

Steuern sind notwendig, um den Staatshaushalt zu finanzieren und bei gerechter Umlegung durchaus sinnvoll. Die Besteuerung einiger Produkte ist allerdings überholt und heute so nicht mehr vertretbar. Ein gutes Beispiel für antiquierte Steuern ist die in Deutschland immer noch vorhandene Kaffeesteuer. Diese wurde ursprünglich als Luxussteuer eingeführt und wird zusätzlich zur Mehrwertsteuer auf den Kaffeepreis erhoben.

In der Öffentlichkeit ist die Kaffeesteuer wenig bekannt, kaum ein Verbraucher weiß, dass sie bis zu einem Drittel des Endverbraucherpreises ausmacht. Der Steuersatz für Röstkaffee beträgt € 2,19 je Kilogramm und für löslichen Kaffee € 4,78 je Kilogramm. Mischungen von Röstkaffee und löslichem Kaffee werden entsprechend den in ihnen enthaltenen Kaffeearten besteuert. Bundesweit liegt das Steueraufkommen bei etwa 1 Mrd. Euro pro Jahr.

Seit wann gibt es die Kaffeesteuer?

Die Kaffeesteuer existiert seit dem 18. Jahrhundert in Deutschland. Nachdem der allgemeine Kaffeekonsum deutlich anstieg, erließ Friedrich der Große ein Kaffeemonopol, um den Import zu verhindern und so die preußische Wirtschafts-politik zu unterstützen. Folglich durfte nur noch der Staat mit Kaffee handeln und das Produkt wurde in die Luxuskategorie eingeordnet und hoch besteuert. Daraufhin stiegen Schmuggel und illegales Rösten deutlich an. Nach dem Tode Friedrichs des Großen wurde das Kaffeemonopol abgeschafft und die Zölle deutlich gesenkt. Vergleichbare Steuern wie zum Beispiel die Teesteuer und Zuckersteuer wurden bereits abgeschafft.

Seit 1871 wurde die Kaffeesteuer dem Reich ganz offiziell als Steuer zugewiesen, 1909 folgten eine Finanzreform und die Erhöhung der Steuersätze. Im Jahr 1948 schließlich wurde die Kaffeesteuer per Gesetz als Verbrauchssteuer eingeführt. Im Jahr 1953 betrug die Kaffeesteuer für Röstkaffee in Deutschland 10 DM pro Kilogramm. Dies führte zu einem zunehmenden Kaffeeschmuggel, insbesondere an der deutschen Westgrenze. Es folgte im Jahr 1954 eine Senkung der Kaffeesteuer auf 30 Prozent der vorherigen Höhe, was einen starken Anstieg des Kaffeekonsums zur Folge hatte.

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