Cotti Coffee: Billig-Kaffee erobert Städte
Billig-Coffeeshop aus China drängt nach Deutschland – dieser Titel bringt die aktuelle Entwicklung auf den Punkt. Mit extrem niedrigen Preisen und einem kompromisslosen Fokus auf Tempo mischt die chinesische Kette Cotti Coffee seit Januar 2026 den deutschen Kaffeemarkt auf. Espresso für 99 Cent und Cappuccino für unter drei Euro sind keine Ausnahme mehr, sondern Teil eines klar kalkulierten Geschäftsmodells. Was für Kundinnen und Kunden attraktiv klingt, wird für viele etablierte Cafés zur echten Belastungsprobe – besonders in teuren Innenstadtlagen.

Das Wichtigste in Kürze
- Cotti Coffee ist seit Januar 2026 mit ersten Filialen in Deutschland aktiv
- Espresso ab 99 Cent und Cappuccino für rund 2,80 Euro
- Kleine Shops ohne Aufenthaltscharakter, Fokus auf Mitnahme
- Starkes Wachstum seit Gründung 2022 mit rund 18.000 Filialen weltweit
- Der Preiskampf in der deutschen Kaffeebranche verschärft sich spürbar
Warum sorgt Cotti Coffee in Deutschland für Diskussionen?
Cotti Coffee sorgt für Diskussionen, weil die Kette mit extrem niedrigen Preisen und hoher Geschwindigkeit in den Markt eintritt. Das stellt die bisherige Preislogik infrage und erhöht den wirtschaftlichen Druck auf bestehende Cafés.
Billig-Coffeeshop aus China drängt nach Deutschland
Der Markteintritt von Cotti Coffee erfolgt leise, aber wirkungsvoll. Ohne große Werbekampagnen eröffnet die Kette Filialen in Top-Lagen deutscher Großstädte. Dazu zählen Berlin, Köln, Hamburg und Düsseldorf. Der Fokus liegt klar auf Sichtbarkeit und Frequenz. Die Preise sind bewusst aggressiv kalkuliert. Ein Espresso für 99 Cent ist ein starkes Signal an den Markt. Damit greift Cotti Coffee die Grundannahmen vieler Cafés direkt an. Für Kundinnen und Kunden entsteht ein neues Preisgefühl. Für die Branche bedeutet das einen spürbaren Umbruch.
China-Kette Cotti Coffee setzt auf kleine Shops
Die Filialen von Cotti Coffee folgen einem klaren Muster. Die Läden sind klein und funktional gestaltet. Sitzplätze gibt es kaum oder gar nicht. Der Aufenthalt ist nicht vorgesehen. Stattdessen zählt der schnelle Durchlauf. Bestellt wird digital, oft per App. Die Abholung erfolgt direkt am Tresen. Dieses Format spart Fläche und Kosten. Gleichzeitig ermöglicht es hohe Umschläge pro Stunde. Das Konzept ist auf Effizienz optimiert und nicht auf Gemütlichkeit.
Fokus auf Tempo statt Café-Kultur
Cotti Coffee verzichtet bewusst auf klassische Café-Elemente. Es gibt keine langen Theken, keine Sofaecken und keine ruhige Atmosphäre. Der Kaffee ist ein Produkt für unterwegs. Das passt zum urbanen Alltag vieler Menschen. Zeit ist ein entscheidender Faktor. Die Bestellung per App verkürzt Wartezeiten. Aktionen und Rabatte fördern Vorbestellungen. So steuert der Konzern den Kundenstrom aktiv. Tempo wird zum zentralen Wettbewerbsvorteil. Das verändert die Erwartungshaltung an Kaffee im öffentlichen Raum.
Kampfpreise als strategisches Mittel
Die niedrigen Preise sind kein Zufall. Sie sind Teil einer langfristigen Strategie. Der 99-Cent-Espresso ist oft an Bedingungen geknüpft. Dazu zählen Vorbestellungen oder zeitlich begrenzte Aktionen. Ein Cappuccino kostet im Schnitt rund 2,80 Euro. Spezialgetränke wie Matcha-Milchtee liegen etwas über vier Euro. Diese Preisstruktur zieht Aufmerksamkeit auf sich. Gleichzeitig erzeugt sie hohen Druck auf Mitbewerber. Besonders kleinere Cafés geraten unter Zugzwang. Die bisherige Kalkulation vieler Anbieter wird infrage gestellt.
Rasantes Wachstum seit 2022
Cotti Coffee wurde im Jahr 2022 gegründet. Seitdem wächst die Kette extrem schnell. Heute gibt es rund 18.000 Filialen in 28 Ländern. Möglich wird das durch ein stark standardisiertes System. Ausstattung, Sortiment und Abläufe sind nahezu identisch. Neue Standorte lassen sich so schnell eröffnen. Die Investitionskosten bleiben niedrig. Zum Vergleich: Starbucks kam 2024 weltweit auf rund 40.200 Filialen. Cotti Coffee holt in rasantem Tempo auf.
Preiskampf belastet die deutsche Kaffeebranche
Der deutsche Markt gilt als anspruchsvoll. Mieten sind hoch, Personal teuer und Energiekosten belastend. Rohstoffe wie Kaffee unterliegen starken Preisschwankungen. In diesem Umfeld wirken Niedrigpreise besonders aggressiv. Ein Espresso für einen Euro sprengt gewohnte Kalkulationen. Vor allem in Innenstadtlagen steigt der Druck. Noch ist Cotti Coffee mit wenigen Filialen vertreten. Doch die Signalwirkung ist groß. Der Preiskampf hat begonnen. Und er dürfte sich weiter verschärfen.
Fazit
Cotti Coffee zeigt, wie stark sich der Kaffeemarkt verändern kann, wenn Preis, Tempo und Skalierung zusammentreffen. Für Konsumenten entstehen neue günstige Optionen. Für viele Cafés wird die Lage schwieriger. Ob sich das Modell langfristig in Deutschland durchsetzt, bleibt offen. Klar ist aber: Der Einstieg der China-Kette markiert einen Wendepunkt. Wer Kaffee verkauft, muss sich neu positionieren – oder riskiert, den Anschluss zu verlieren.